graustufenmeer.

mommy¹. artist. & minimalist.

…,

endlich meine apps nach farbe sortiert ..

(grau & blau seite 1 und
alles haessliche seite 2)

frei von zeit..

wir alle sind mal mehr. mal weniger getriebene von zeit und uhr.

feste zeiten haben etwas gutes, erleichtern rituale, verabredungen und die arbeit.

aber sie haben auch was schlechtes. wir werden unfrei. hier wollen wir, dass das kind laenger schlaeft, ist ja schliesslich noch so frueh stellt man beim blick auf die uhr fest, abends sehen wir auf den naechsten zeitmesser, der sagt, das kind muss ins bett.

auch wenn man noch keinen richtigen hunger hat, die uhr aber sagt, es waere mal wieder zeit was zu essen, machen wir das meist.

wenn wir abends muede und kaputt sind und gerne schlafrm wollen, sagt uns die uhr: ist doch erst 21.00, da kann man noch nicht ins bett.

von vielen festen zeiten koennen wir uns nicht frei machen. wir bekommen sie von außen diktiert.

von mindestens genauso vielen zeiten koennen wir uns aber frei machen.

aber wir tun es nicht. wir hoeren wie so oft nicht auf unserem bauch, der einem sehr wohl zuverlaessig sagen kann: hunger, schlafen, neuer job etc..

ich trage seit ewigkeitem keine armbanduhr mehr. eben weil mich nicht fesseln lassem will. seit handys aber mit dabei sind, ist es schwieriger geworden.

1. zeigen sie permanent die zeit.
2. erinnern sie dich permanent an dinge, die du machen sollst.
3. wird dir genau angezeogt vor wie viel sekunden, minuten und stunden du eine nachricht oä verpasst hast.


gerade in einer zeit, die so schnell ist, muss man mal auf die bremse treten. ich bin pro entschleunigung und pro einfach nur sein in vielen lebenslagen.

ab heute zeigt mein handy auch keine zeit mehr an. ich versuche mich weiter so frei wie moeglich von der zeit zu machen und wuensche allen, diese befreiung auszuprobieren und geniessen zu koennen.

herbstwickeltaschen

ich liebe den herbst. allerdings fluche ich im herbst manchmal vor mich hin. mittags sind die temperaturen recht warm, aber morgens und abends muss das liebeskind dicker eingepackt werden.

da ich meist recht lange - in erster linie zu fuss und ohne wagen - unterwegs bin, muessen jacke, schal und muetze noch in meine tasche rein. zusammen mit der on the road verpflegung wirds dann manchmal eng.

meine tochter hat naemlich immer so dicke wollwesten, die gefuehlt die halbe tasche ausfuellen.

unterwegs essen kaufen sehe ich nicht ein. ich mache meine aufstriche und brote zu hause selbst, also muss das gute zeug auch mit. ist naemlich vegan, zucker-, hefe-, weizenmehlfrei. das weiss ich unterwegs nie wirklich.

da lob ich mir doch durchgehend kalte tage! da kann das kind naemlich alles anbehalten und ich muss nur die verpflegung karren :)

aufbrauchen

als ich heute mal wieder geminimalt habe, hielt ich meine olle skijacke in der hand.

ka wie viele jahre sie auf dem buckel hat, aber es sind sicher mehr als 10. trotz schwangerschaft und dem breiten kreuz einer trage-mama passt sie immer noch. sie ist schwarz u sieht bis auf einen verlorenen knopf aus wie neu. in der zwischenzeit hatte
ich auch noch andere winterjackets. zugeben. so minimalistisch war ich ehrlich nicht immer.

als ich die jacke winter-fertig machen wollte, erhielt ich eine sms von einer freundin, die sich gerade jacke no. schiess-mich-tot kaufen will.

zum ersten mal, habe ich es einfach nicht verstanden. also nicht verstanden, warum menschen kaufen. heute denke ich, man kauft etwas neu, wenn es verbraucht ist. verbraucht wird aber heute nur ganz selten was.

dabei ist es egal, ob es um essen, elektrogeraete oder sonstiges geht. wenn ein neues handy auf den markt kommt, gibt es genug leute, die direkt auf den shopping-zug aufspringen.

bei klamotten sowieso. neues tv-geraete-technik, klar da machen viele leute mit.. je weniger ich habe, desto weniger verstehe ich die modernen konsumenten. wir driften immer mehr auseinander.

warum koennen wir dinge nicht mehr verbrauchen? also wirklich aufbrauchen, bis sie defekt sind? woran liegt das?

ich habe zuletzt nur eine jeans besessen. dazu gab es eine auf reserve. mittlerweile ist meine reservejeans im einsatz, da die andere wirklich kaputt gegangen ist. sie wurde immer duenner und dann hat sie ihren dienst quittiert. eine reserve-hose habe ich jetzt keine mehr, aber auch keinen bedarf. ich will hosem naemlich ganz verbannen.

diese hier wird jetzt solange getragen, bis sie entweder kaputt ist oder mir nicht mehr passt. waere letzteres der fall darf jand anderes sie verbrauchen.

ich verstehe wirklich nicht mehr WARUM ich dinge gekauft habe bzw. andere sie noch kaufen..

ist es das sehen dieser dinge? der permanente reiz. die shoppingmoeglichkeiten des www?!

die dinge, die ich noch brauche, sind meist so speziell, dass ich eh ewig danach suchen muss.

zb plane ich den kompletten wechsel meiner garderobe auf 8 kleider. 4 fuer den sommer, 4 fuer den winter. alle schwarz und grau. hoert sich gar nicht so schwierig an, kann man jetzt denken. aber sie muessen aus 100% bio-baumwolle und locker geschnittener a-line sein. die winteraermel muessen 3/4 lang sein, sommeraermel 1/2. schlicht, ohne muster od. etwas auffaelliges. ihr seht es wird schon komplizierter.

ich bin bei dem was ich suche und brauche also auch so fokussiert, dass ich gar nicht nach anderen dingen schaue..

bei vielen ist es ein ’oh das habe ich gesehen, das muss ich jetzt haben’ - egal wie viele davon schon im kleiderschrank haengen.

hei ihr menschen, wir muessen mehr aufbrauchen. schont die ressourcen.

ignoriert doch einfach mal einen monat lang jegliche shopping-option. kauft lediglih lebensmittel. und dabei stark zu sein ist schon schwer genug. nicht nur wegen der aktionssachen im supermarkt!

“bist du gerade erst eingezogen? - nein, ich bin minimalist.”

—   gespraech mit einem neuen bekannten beim betreten unseres heimes ;)

bei warmem wetter..

.. muss ich entweder einen schwar-weiss film oder einen film mit einer schneelandschaft schauen..

heute hat gewonnen: the thing
(was mich direkt dazu gebracht hat, das prequel zu bestellen..)

es ist zuuuu warm! ich will endlich herbstwetter..

muss ja mal gesagt werden!

herbstzeit = bastelzeit

ich bin ja absolut kein dekofreund. ich vermeide jeden tiffi und wenn wir was haben, muss es alljahreszeitentauglich sein, so dass es an sich keinen stauraum benoetigt.

aber kastanienfiguren sind ua. ein MUSS! und unsere produktion startet jetzt. die klebepistole liegt bereit. ideen sind gesammelt.

nach langem hin und her habe ich mich dann auch fuer einen weihnachtsbaum entschieden. geschmueckt wird aber traditionell: apfel, nuss und mandelkern und ein paar gebastelte sterne und schneemaenner meiner tochter.

vorlagen habe ich bereits vorbereitet und so kann das auch nach abschluss der kastanienfiguren bald gebastelt werden.

als alter lichterfreund.. hach wie ich diese funkelnden dinger liebe, habe ich dank kind endlich wieder einer grund einen martinsumzug zu besuchen. das heisst: auch hierfuer muessen bald papier und schere in die hand genommen werden um eine laterne zu zaubern.

ich freu mich schon..

"also in dem alter haben meine kinder noch nichts entschieden!"

sry, what?
im gespraech mit einer anderen mum kam heraus, dass ihre kinder sich mit 18 monaten nicht das fruehstueck aussuchen durften, noch viel weniger kleidung etc. ihre kinder durften das erst nach der grundschule.. honestly: wtf?!

ich verstehe, dass es dinge gibt, die die entscheidungsfaehigkeit mancher kinder uebersteigt. ich will mein kind auch nicht mit der frage nach dem fruehstueck ueberfordern. allerdings ist es bei uns so, dass meine tochter sehr wohl einiges entscheiden kann, will & soll.

sie darf mir ruhig sagen, ob sie porridge oder brot essen moechte und wenn brot, ob kaese oder tomaten-aufstrich. die tragweite dieser entscheidung ist ihr bewusst. sie weiss was es bedeutet und was es dann zu essen gibt. sie muss ja nicht von einem buffet waehlen. auch mittags kann sie sehr wohl mitentscheiden ob eher nudeln, kartoffeln oder etw. anderes gegessen werden soll.

bei kleidung handhabe ich das genauso. ich gehe nicht mit ihr in einen klamottenladen u sag: such dir was aus. ich zeige ihr 2 oder 3 alternativen und sie darf waehlen. ich finde das nicht dramatisch.

ich denke, es steckt ein “muttersein vom alten schlag dahinter”, wenn man den zwergen das verwehrt. da ich aber in einer welt aufwachsen durfte, in der ich meist gefragt wurde, was ich tragen, essen etc. moechte, handhabe ich das genauso.

immerhin ist mein kind eine eigenstaendige persoenlichkeit und ich muss schliesslich nicht alles ueber ihren kopf hinweg entscheiden!

DISCONNECT - einfach mal abschalten

mein leben ist seit jeher von starken aufräumphasen gepraegt. ich muss regelmaeßig meine “kontakte” entmisten, email-daten überprüfen und so wenig accounts wie moeglich uebrig lassen, sei es ein online-shop oder ein nutzdienst.

eigentlich will ich noch nichtmal ein klingelschild an meiner haustuer, da wuerde mein mann aber streiken.

dann haenge ich meist die tuerklingel aus, damit nicht jemand ’nervt’ oder ungefragt vorbeikommt.

regelmaeßig wechsel ich auch meine handynummer & mail-add um die altlasten loszuwerden. ich kann nicht anders.

ich achte schon von anfang an, wer diese daten ueberhaupt bekommt. neue bekannschaften erhalten als kontaktoption meist nur eine spam-mail-add.

das, was ich von mir gebe, mache ich immer mit bedacht. auch beim bloggen. die sachen, die ich schreibe, wuerde ich auch im cafe um die ecke den leuten erzaehlen.

manchmal muss ich einfach ausschalten. nicht runterdrehen. einfach ausmachen.

dann wird es ganz still. kommunikation mit mir kommt zum erliegen. ich verschwinde foermlich aus der welt - real & digital.

meine freunde wissen das und kommen damit gut klar, auch wenn es oft ’gewoehnungsbeduerftig’ auf sie wirkt.

diese 3 millionen kommunikationsformen, diese permanente erreichbarkeit, eine zweite digitale identitaet, die immer weiter waechst - dafuer bin ich nicht gemacht.

ich liebe die stille, absolute ruhe, meine ruhe. ich kann dieses permanente online-sein (was fuer mich im realen und digitalen dem präsent sein entspricht) nicht ertragen. zumindest nicht auf dauer.

seit ewigkeiten ist das hier zum beispiel, das am laengsten lebende blog-baby, das ich habe.

ich habe zwar auch groessere blogkinder gehabt - 3 jahre lang war das laengste - aber da habe ich ueber meine arbeit und reisen gebloggt und das erledigte sich von selbst.

ich plane die tage wieder ein laengeres handyfrei. innerlich freue ich mich schon total. diesmal wollte ich es auch mit einer elektro-geraete-reduktion einhergehen lassen, also kein ipod, keine arbeit am mac, keine dvds.

ich liebe dieses entschlacken! im moment fuehlt sich mein leben einfach so voll an.. kann auch daran liegen, dass ich diese woche jeden tag mind. 1 date bzw. termin habe. aber es ist mehr als das. seit tagen wandere ich wieder wie ein wilder durch unsere wohnung und suche dinge, die weg koennen. dinge, die weg sollen, aber im moment noch ’gebraucht werden’. ich ueberlege hin u her wie ich sie schon schneller los werde.

es tut einfach nur gut. in meinem bekanntenkreis kommen immer mehr auf einen aehnlichen grdanken, verfolgen sie unterschiedlich stark und schnell. ich kann es jedem nur empfehlen: mal ein paar tage handyfrei oder nur einmal am tag bewusst sms etc checken. was man nicht direkt hoert muss einfach warten.

mir persoenlich gibt es so viel, dass ich es nicht in worte fassen kann.

ich werde jetzt den tag und die welt hinter mir lassen, meiner tochter beim schlafen zusehen und dann selbst in die nacht hineingehen.

bis bald ihr lieben..